Die erste Wohnung: So lassen sich ein paar Groschen sparen

(von Gaby Kruse)

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Abbildung 1: Vorsicht Kostenfalle! Wer nicht genau darauf achtet, ob es sich bei der Miete um einen Preis mit oder ohne Nebenkosten handelt, tappt schnell in die Kostenfalle.

Studium. Freiheit. Leben. So klingt das Programm, dass viele Studenten haben, die nach dem Schulabschluss das im Grunde doch recht praktische „Hotel Mama“ verlassen, um andernorts zu studieren und zu leben. Wieviele diesen ursprünglichen Plan in die Realität umsetzen können und wer doch schneller als ihm vielleicht lieb ist in dem Leben ankommt, in dem regelmäßig Rechnungen einflattern, ist natürlich eine statistische Grauzone. Grund genug heute einmal all den im wahren Leben Gelandeten zu sagen: Es gibt Sparpotenzial! Wo dieses in der ersten eigenen Wohnung zu finden ist, soll dieser Beitrag klären.

Was kostet eine Wohnung?

Mag sein, dass die immer geltende Antwort auf diese Frage heißt: zu viel. Aber dieses Thema und damit auch das aktuelle Dauerbrennerthema „Mietpreisbremse“ zu diskutieren, welches unter http://www.bmjv.de ausführlich behandelt wird, würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Der Fokus soll nun auf den Grundpfeilern der Kosten einer Wohnung liegen – und die heißen: Miete und Nebenkosten. Das ist im Grunde schon bei der Wohnungssuche wichtig, denn wer sich über einen humanen Betrag der Kaltmiete (alternativ: Netto- oder Grundmiete) freut, wird schnell große Augen machen – in Anbetracht der Nebenkosten bzw. Betriebskosten. Doch was verbirgt sich hinter dem teuren Schreckgespenst?

Wer als Mieter in einer Wohnung lebt, muss zusätzlich zur Miete die Nebenkosten an den Vermieter abgeben. Darunter fallen neben den bekannten Posten für Heizung und Wasser auch Abschläge für Müllentsorgung, Straßenreinigung, Hausmeister und Grundsteuer. Ist hingegen von einer „Inklusivmiete“ oder einer „Bruttowarmmiete“ die Rede, bedeutet das, dass Miete und Betriebskosten im Mietpreis enthalten sind. Um Ärger zu vermeiden lohnt sich ein Blick in die rechtlich verbriefte Betriebskostenverordnung. Dort steht in Paragraf 2 geschrieben, welche Kosten der Vermieter an Betriebskosten auf den Mieter umlegen kann – und das können eine ganze Reihe von Einzelposten sein. Die Kosten für Heizung und Warmwasser müssen jedoch nach dem jeweiligen Verbrauch abgerechnet werden.

Tipp: Wer auf Wohnungssuche ist, sollte sich nicht von verlockenden Kaltmieten irritieren lassen, sondern den Vermieter oder Makler explizit nach den Nebenkosten fragen. Wer die Nebenkostenabrechnung nach Gesetz erstellt, hat sicherlich kein Problem damit, vor der Unterzeichnung des Mietvertrags eine Nebenkostenabrechnung offenzulegen. Nachgerechnet sollte auch dann werden, wenn die Nebenkostenabrechnung das erste Mal im Briefkasten liegt. Wie diese gecheckt wird, verrät Stiftung Warentest unter https://www.test.de.

Sparpotential bei Strom, Gas und Wasser

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Abbildung 2: War der Vormieter ein Sparfuchs, der auch auf die Kosten geachtet hat, wird die erste Einstufung überschaubar ausfallen.

Wer als frisch gebackener Wohnungsmieter mit Sack und Pack in die neue Wohnung einzieht, hat die Chance, sich selbst um einen Tarif zu bemühen – wenn es sich nicht um eine Zentralanlage handelt, sondern beispielsweise um eine Gasetagenheizung. Wer den Tarif für Gas und Strom dann nicht wechselt, wird in aller Regel analog zum Vormieter eingestuft. War der Vorgänger besonders sparsam und hat in der kalten Jahreszeit eher auf eine warme Strickjacke gesetzt als auf eine Heizung, die permanent auf Stufe 5 läuft, hat der Nachmieter Glück, denn dann werden die Abschläge vergleichsweise niedrig ausfallen. Wer indes zum Nachmieter eines Energieverschwenders wird, der Stromspartipps nur vom Hörensagen kennt, der sollte beim Energieanbieter vorsprechen, um niedriger eingestuft zu werden.

Grundsätzlich gilt bei der Grundversorgung mit Strom, Wasser und Gas: Vergleichen lohnt sich. Dabei solltest du diese Schritte beherzigen:

  1. Wähle ein Vergleichsportal wie http://www.gaspreisvergleich.org/ und befülle dies mit deinen Daten. Besonders Ort, Verbrauch und Mindestlaufzeit sind preisentscheidend.
  2. Spezifiziere deinen Wunsch durch die Einbuchung einer etwaigen Preisgarantie, der Berücksichtigung von Paketpreisen oder umweltfreundlichen Tarifen.
  3. Werden anschließend die besten Angebote ausgegeben, zahlt sich die Mühe sicherlich aus, einmal nachzufragen, ob es Studententarife bei den Top-3-Angeboten gibt. Wenn ja, ist das ein zusätzlicher Bonus für den Anbieter.
  4. Lass dir die Unterlagen zuschicken oder drucke die Vertragsbedingungen aus, um sie genau zu studieren. Besonders Laufzeit und auch Kündigungsfrist sind wichtige Parameter, die es zu bedenken gilt, denn wenn du kurzfristig umziehst (was in deinem neuen, unabhängigen Leben 2.0 durchaus möglich ist), solltest du problemlos den Anbieter mitnehmen, wechseln oder kündigen können.
  5. Startet der Anbieter seine Arbeit, solltest du Kontrolle statt blindem Vertrauen walten lassen. Das heißt: Prüfe, ob die Daten, die auf der Abrechnung stehen mit denen aus dem Vertrag übereinstimmen.

Das steht noch auf der Kostenuhr

Bis hierhin darf das Projekt „eigene Wohnung – eigenes Leben“ nicht mehr als rund 33 Prozent deines Einkommens kosten, so lautet die Empfehlung des Bundesamts für Statistik. Jubelstürme sind jedoch nicht angesagt, denn 33 Prozent vom Studentenbudget abzuzwacken, um ein Dach über dem Kopf zu haben, ist ohnehin schon eine Kunst und dazu kommen noch Kosten für Auto-, Bus- oder Bahnfahrten (circa 15 Prozent), Lebensmittel (circa 15 Prozent) sowie Ausgaben für Telefon, Internet, Kleidung und Freizeitspaß. Du bist Ü30? Dann herzlichen Glückwunsch, dass du dich für ein Studium entschieden hast, finanziell bedeutet das aber, dass die Chance auf Zuschüsse und Vergünstigungen eher gering ist, wie dieser Beitrag zeigt.

Video: Moneycheck – erste eigene Wohnung (taff)

Abbildung 1: Wilhelmine Wulff  / pixelio.de

Abbildung 2: Andreas Morlok  / pixelio.de

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