HTC Desire Testbericht: Das ultimative Android Smartphone :)

An dieser Stelle mal ein wirklich topaktuelles Thema: Das brandneue HTC Desire ist seit wenigen Tagen bei den ersten Händlern zu haben (z.B. hier bei Amazon, oder ab 29 Euro bei O2). Da ich selbst zuvor noch kein Smartphone besessen habe, absolut technikbegeistert bin und die Veröffentlichung des Desire schon seit Monaten herbeigesehnt habe, habe ich mein erspartes Geld zusammengekratzt und konnte mich bereits letzte Woche zu den Glücklichen zählen, die eines der ersten HTC Desire Geräte ergattert haben.

Jetzt aber erstmal vorweg: Dieser Artikel wird nicht wirklich ein „Spartipp“ im eigentlichen Sinne, sondern eher ein kleiner subjektiver Erfahrungsbericht eines aktuellen Android Smartphones, auf das schon viele Tausende Fans seit langem warten. Da ich mir damit aber sozusagen einen lang gehegten Wunsch erfüllt habe, möchte ich meine Eindrücke und ein paar Tipps gerne mit unseren Lesern hier teilen.

Das Desire ist dem Google Nexus One sehr ähnlich und in technischer Sicht annähernd baugleich. Googles Android 2.1 Betriebssystem, die schnelle 1 GHz Snapdragon CPU und auch äußerlich wenige Unterschiede bis auf die Tasten. Zunächst aber mal ein Crashkurs für alle Neulinge: Was ist Android, bzw. ein Android Smartphone? Android ist das Betriebssystem, welches auf Linux basiert (ein freies, quelloffenes Betriebssystem), welches von Google ins Leben gerufen wurde. Die Unterschiede – im Vergleich zum iPhone – bestehen darin, dass beispielsweise Entwicklern von sogenannten Apps mehr Freiraum gelassen wird, Multitaskting unterstützt wird (also mehrere Apps gleichzeitig laufen können), eigene Hintergründe (Wallpapers) verwendet werden können… und noch einige weitere Freiheiten, die Apple seinen Usern einfach nicht lassen möchte. Gerade für technikaffine User wie mich, die ein offenes Ohr für „open source“ haben, also durchaus interessant.

Da ist es also, das HTC Desire. Alles, was heutzutage als aktuell angesehen wird, ist mit an Bord: GPS, WLAN, Bluetooth, Bewegungssensor, Kompass… genaue technische Daten gibt es direkt hier bei HTC. Ein wirklich großes 3,7 Zoll AMOLED Display (größer als beim iPhone) mit einer Auflösung von 480 x 800 Pixeln. Leider kann ich momentan nicht mit eigenen Fotos vom Gerät dienen, aber es ist wirklich sehr schick, flach und liegt gut in der Hand. Eine 4 GB Speicherkarte (MicroSD) war bereits mit dabei, sehr lobenswert! Die 5 Megapixel Kamera mit Autofocus und Beleuchtungs-LED macht tatsächlich gute Fotos und kann diese auch dank GPS mit einem Geotag versehen. Das heißt, man kann sich später auf der Landkarte ansehen, wo ein Foto geschossen wurde. Ein nettes Feature! Dank der Oberfläche HTC Sense kann man bequem durch einen einfachen „Wisch“ mit dem Finger über das Display zwischen den verschiedenen Bildschirmen wechseln und scrollen. Durch Multitouch ist auch ganz simpel ein Zoomen möglich, beispielsweise in Google Maps. Man muss hierzu einfach nur zwei Finger auf dem Display zusammenführen oder auseinanderziehen – es funktioniert perfekt und flüssig.

Kommen wir zu den Apps. Es sind bereits eine Menge an Applikationen vorinstalliert. EMail, Browser, Twitter, Facebook, Wetter, Google Maps, PDF Viewer und viele mehr. Über den Android Market – so nennt sich das Pendant zum Apple App Store – kann man zigtausende weitere Apps herunterladen. Glücklicherweise sind hier die meisten auch absolut kostenlos. Ich liste hier mal ein paar meiner Favoriten samt ihrer Funktionen auf:

  • Verschiedene Barcode Scanner: Einfach im Laden die Handykamera auf einen Strichcode des gewünschten Produktes richten, schon bekommt man Infos und Testberichte zum Artikel. Bei Nahrungsmitteln Nährwertangaben, bei vielen Elektroartikeln sogar den günstigsten Preis im Internet oder in der Nähe
  • Gelbe Seiten: Dank GPS wird einem die gewünschte Adresse sogar direkt auf der Karte angezeigt inklusive Entfernung vom eigenen Standort
  • Lokale Apps wie Aloqa, Places, Qype oder Layar: Fremd in einer Stadt? Kein Problem! Diese Apps zeigen dir direkt vom aktuellen Standort aus an, wo der/die nächste Geldautomat, Italiener mit lecker Pizza, Disco, Sehenswürdigkeit etc. ist. Inklusive Route, Landkarte, Bewertungen anderer Nutzer und vielem mehr
  • MyTracks: Einer meiner Favoriten. Für alle, die gerne Rad fahren, joggen, wandern oder einfach nur spazieren gehen. Es zeichnet die zurückgelegte Route auf, kann diese auf eine Google Map legen und zeigt zudem interessante Daten an wie zurückgelegte Strecke, Durchschnittsgeschwindigkeit, zurückgelegte Höhenmeter, Zeit in Bewegung und einiges mehr. Schön, um eine Strecke hinterher nochmals anzusehen oder zu analysieren.
  • Shazam: Ein echtes Vorzeige-App. Du hörst gerade im Radio (oder sonstwo) ein tolles Lied und möchtest wissen, wie es heißt? Kein Problem, Shazam anschmeissen, kurz lauschen lassen, und schon werden dir Titel, Interpret, Albumcover und weitere Infos präsentiert. Man mag es nicht glauben, aber bei mir funktionierte es bisher ausnahmslos!

Ich könnte die Liste an Apps noch bis ins Unermessliche weiterführen… von der Wasserwaage bis zum Fahrplan werden hier keine Wünsche offen gelassen. Anzumerken sei, dass alle hier vorgestellten Apps auch wirklich kostenlos zu bekommen sind. Aber widmen wir uns wieder dem Handy an sich. Bei einem solchen Smartphone sind die Akkulaufzeiten natürlich nicht herausragend, allein schon durch die vielen Funktionen bedingt und dem Drang, diese auch zu nutzen. Wer hier gerne herumspielt, muss damit rechnen alle 1-2 Tage an die Steckdose zu müssen. Praktischerweise hat HTC ein USB-Ladekabel samt Netzteil mitgeliefert. Man kann also, je nach Vorliebe, direkt an der Steckdose oder auch am PC/Laptop aufladen.

Nun, was kann das Gerät noch so schönes. Ich habe, um ehrlich zu sein, selbst noch gar nicht alle Features ausgiebig testen können, da die Liste der Funktionen und Einstellmöglichkeiten einfach unermesslich lange ist und anfangs tatsächlich den einen oder anderen überfordern kann – mich eingeschlossen. Man hat es hier eben nicht mehr wirklich mit einem Handy zu tun, sondern vielmehr mit einem Computer (vor 10 Jahren hatte mein PC weniger Rechenleistung als dieses Handy!). Einige nette Features sind mir allerdings noch ins Auge gefallen, die wirklich gefallen: Wird man angerufen, so verstummt der Klingelton, wenn man das Handy zum Ohr führt. Will man gerade nicht abheben, so muss man es einfach nur umdrehen, damit Ruhe herrscht. Hält man das Gerät am Ohr, weil man gerade telefoniert, schaltet sich der Bildschirm aus, doch hält man es während eines Gespräches vor sich, wird das Display wieder beleuchtet um diverse Einstellmöglichkeiten wie z.B. Freisprechen/Lautsprecher anzuzeigen. Was für eine schöne neue Technikwelt!

Tatsächlich, ich bin begeistert von diesen neuen Möglichkeiten, die die Technik bietet. Daher fiel dieser Artikel auch ein wenig länger aus als üblich. Das HTC Desire ist für mich momentan das Smartphone schlechthin. Preislich mit rund 480 Euro zwar nicht gerade für jede Studentengeldbörse geeignet, aber mir persönlich war es das lang ersparte Geld wert. Wer das Gerät jetzt schon gerne haben möchte, kann es beispielsweise recht unkompliziert bei Amazon erwerben. Von meiner Seite ein absoluter Kauftipp, wenn man denn ohnehin nach einem Smartphone Ausschau hält.

Und zum Schluß noch ein Linktipp, wenn es um Apps geht: Auf www.androidpit.de werden eben jene vorgestellt und bewertet.

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